Parkhaus Hargassner
Weng (AT)
In Weng im Innkreis – in unmittelbarer Nähe zu unserem Firmensitz – realisierten wir für den Heiztechnikhersteller Hargassner das größte Holzparkhaus Österreichs. Aus rund 2.600 m³ Brettschichtholz und Brettsperrholz entstanden auf zehn Parkebenen 500 Stellplätze für die Mitarbeitenden. Das Projekt setzte neue Maßstäbe bei anspruchsvollen Infrastrukturbauten aus Holz und wurde 2025 mit dem Holzbaupreis Oberösterreich ausgezeichnet.
TRAGWERK ALS ARCHITEKTUR
KONSTRUKTIVER HOLZSCHUTZ
Das zweischiffige Parkhaus misst 35 x 77 m und bietet auf zehn halbgeschossig versetzten Ebenen Platz für 500 PKW, direkt über Brücken mit Bürogebäude und Krabbelstube verbunden. 16 m lange Hauptbinder aus Brettschichtholz ermöglichen stützenfreie Parkebenen und machen das sichtbare Tragwerk selbst zum architektonischen Statement. Die CLT-Deckenscheiben wirken über eine Gebäudebreite von mehr als 50 Metern aussteifend.
Prägendes Gestaltungselement ist die Fassade aus unbehandelter Lärchen-Rombusschalung: Je nach Blickwinkel wirkt sie transparent oder geschlossen. Gleichzeitig schützt sie vor direkter Bewitterung. Dazu wurden im Vorfeld mit großzügig dimensionierten Mustern innovative Beregnungsversuche durchgeführt. Alle Verbindungen sind so konstruiert, dass kein direkter Holz-Holz-Kontakt entsteht – eindringende Feuchtigkeit kann jederzeit ungehindert abtrocknen.
HOHER VORFERTIGUNGSGRAD
KURZE BAUZEIT
Statik, Werkplanung, Produktion und Montage der gesamten Holzkonstruktion stellten hohe Herausforderungen an unsere Timber Intelligence. Die stabförmigen Bauteile wie Stützen, Decken- und Dachträger fertigten wir in Brettschichtholz (BSH), für die flächigen Decken- und Dachelemente nutzten wir Brettsperrholz (CLT). Insgesamt wurden mehr als 2.600 m³ Holz verbaut. Bereits in der Planung dachte unser Engineeringteam Fertigung, Logistik und Montage konsequent mit. Der hohe Vorfertigungsgrad und montagefreundliche Verbindungssysteme verkürzten die Bauzeit deutlich: Für eine der zehn Parkebenen genügte dem WIEHAG Montageteam eine Arbeitswoche, die gesamte Holzkonstruktion stand nach rund zehn Wochen. Auch die zweigeschoßige Krabbelstube setzten wir in Holzbauweise um, mit verklebten Holzrippenelementen nach WIEHAG System für Decke und Dach sowie vorgefertigten Holzriegelelementen für die Wände.
INFRASTRUKTURBAU IN HOLZ
KOHLENSTOFF SPEICHERN, EMISSIONEN REDUZIEREN
Mit rund 2.600 m³ verbautem BSH und CLT sowie 3.400 m² Lärchenholzfassade und einem minimierten Einsatz CO2-intensiver Materialien speichert und spart das Parkhaus langfristig Kohlenstoffdioxid. Lediglich die Treppenhäuser wurden aus Brandschutzgründen in Stahlbeton ausgeführt, der Rest der Konstruktion besteht konsequent aus Holz. Die Split-Level-Bauweise mit fünf übereinanderliegenden Parkebenen pro Seite reduziert den Flächenbedarf gegenüber einem ebenerdigen Parkplatz um rund 80 Prozent und schont damit wertvollen Grund und Boden. Auch die Kreislaufwirtschaft spielte in der Projektentwicklung eine entscheidende Rolle: Das gesamte Parkhaus ist als zirkuläre Immobilie konzipiert, dessen Holz in ferner Zukunft rückgebaut und wiederverwendet werden kann. 30 E-Ladestationen, versorgt mit selbst erzeugtem Strom aus einer 500 kWp PV-Anlage am Dach, machen es zusätzlich zum aktiven Baustein der betrieblichen Energiewende.