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TIMBER GEN 4 – 1960ER-JAHRE BIS 1990

ERICH WIESNER SEN.
START INGENIEURHOLZBAU

Erich Wiesner sen. führt gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf und Gerhard Reinthaler die Wiesner-Hager KG. Die Nachkommen der Familie Hager, die beiden Töchter Margarethe und Marianne, arbeiten nicht mehr im Betrieb mit, bleiben aber als Kommanditistinnen an der Gesellschaft beteiligt. Bis Ende der 1970er-Jahre dominiert die Möbelsparte das Familienunternehmen als Träger von Wachstum und Wohlstand.

Die Zusammenarbeit der drei Geschäftsführer gestaltet sich zunehmend herausfordernd. Während Gerhard Reinthaler und Rudolf Wiesner ihren Schwerpunkt vor allem im Möbelgeschäft setzen, konzentriert sich Erich Wiesner als erster studierter Bauingenieur im Unternehmen auf den Ausbau des Baubereichs.

TIMBER STATEMENT – WERKSZEITUNG 02/1966

Für mich gilt heute der Holzleimbau als eine der modernsten Bauweisen. Er verbindet die Faszination und natürliche Schönheit des traditionellen Werkstoffes Holz mit großer konstruktiver Freiheit, hoher Stabilität und Formbeständigkeit sowie kurzen Montagezeiten und wirtschaftlichen Baukosten. Dennoch ist diese Bauweise in manchen Bereichen weiterhin mit unbegründeten und sachlich schwer nachvollziehbaren Vorbehalten konfrontiert.

Dr. Erich Wiesner sen., Geschäftsführender Gesellschafter
INTELLIGENTES BAUEN MIT HOLZ

FREITRAGENDE KONSTRUKTIONEN
GROSSE SPANNWEITEN

Im Gegensatz zum konventionellen Zimmereihandwerk stehen beim Holzleimbau die technisch-konstruktiven Aspekte des sogenannten Engineerings im Mittelpunkt. Damit beginnt die Ära der großen Spannweiten und freitragenden Konstruktionen aus Holz. Das erste Kapitel der Geschichte unserer „Timber Intelligence in every Dimension“ wird aufgeschlagen. 

Ab 1964 werden bei WIEHAG durchgehend sogenannte Hetzer-Träger – heute als Brettschichtholzträger bezeichnet – produziert. Mit der Erteilung der „großen Leimgenehmigung“ besteht ab 1967 die Möglichkeit, Holzleimbauelemente in den gesamten europäischen Wirtschaftsraum zu exportieren.

Dank der technischen Kompetenz des Unternehmens werden unzählige Bauwerke geschaffen, die in der internationalen Fachpresse Anklang finden. Österreich-Pavillon in New York (1964), Messehalle Klagenfurt (1966), Brauerei Aying München (1972), Salzlagerhalle Saline Ebensee (1976 und 1983), Eissporthalle St.Ulrich (1980), Österreich-Haus Lake Placid (1980) und Sarajewo (1984), Casinogebäude MBB in München (1987).

WIEHAG Hetzer Leimbinder Produktion
1964

VORFERTIGUNG FÜR WELTAUSSTELLUNG
ÖSTERREICH-PAVILLON IN NEW YORK

Die Pionierleistung von WIEHAG bei diesem Gebäude ist die Vorfertigung. Die Einzelteile des im Baukastenprinzip geplanten Ausstellungsbaus von Stararchitekt Gustav Peichl werden in Altheim vorgefertigt und im Montageverfahren auf der Baustelle in New York zusammengefügt. Dass Holz seit Jahrhunderten ein Hauptmaterial heimischer Baukunst ist und bis heute ein wertvolles Exportgut Österreichs, sollte damals schon zur Geltung kommen. 

Austria Pavillion
1966

MEILENSTEIN IM INGENIEURHOLZBAU
MESSEHALLE KLAGENFURT (AT)

Die Errichtung der fast 100 Meter weit gespannten Bogenbinderhalle stellt eine unglaubliche technische wie organisatorische Leistung dar. Nie zuvor wurde ein so großes Holzbauwerk für eine so hohe Schneelast bemessen, nämlich 200 kg/m². Die einzelnen Leimbinder werden im Werk in einer Länge von 55,5 m hergestellt, für den Transport auf der Bahn in drei Teile zerlegt, um dann auf der Baustelle mittels eines patentierten Montagestoßes wieder vereinigt zu werden. Das Gebäude ist zum Zeitpunkt der Errichtung der größte Holzleimbau Europas. 

Messehalle Klagenfurt 1966
1976

SALZLAGERHALLE
SALINE EBENSEE (AT)

Für die neue Dachkonstruktion ist unsere Kompetenz für weitgespannte Tragwerke gefordert. Gerechnet wird mit Taschenrechnern, gezeichnet wird noch manuell. Holz ist der ideale Baustoff für die Einlagerung von Salz, ein chemisch aggressives Lagergut. Wir bauen eine Dreigelenksrahmenkonstruktion mit einer Spannweite von ca. 63 m, einer Höhe von ca. 28 m und einer Hallenlänge von 120 m. Zur spektakulären Montage versammeln sich über 100 Fachleute auf der Baustelle. Die beiden Binderhälften werden von zwei Mobilkränen hochgezogen, die Montageleute bringt ein Kran in einer Art Gondel auf Bauhöhe.

WIEHAG Saline Ebensee
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