Ein besonders zukunftsweisendes Projekt des Holzbauunternehmens WIEHAG in Altheim (OÖ) erhielt den Rosenheimer Holzbaupreis 2012: das Finanzamt in Garmisch-Partenkirchen. Die klare Holz-Architektur und das innovative Energieversorgungs-konzept brachten den 1. Preis. „Österreich spielt im Holzbau in Europa eine Vorreiterrolle. Wir sind die Technologieträger und geben die Richtung vor“, freut sich WIEHAG-Eigentümer Erich Wiesner über die 6. Projektauszeichnung in diesem Jahr.
Die Fachjury des Vereines RosenheimKreis hat dem 2011 fertig gestellten Kommunalbau am 30. Juni den 1. Preis verliehen. Neben der innovativen Holzkonstruktion und der klaren Architektur als Kontrast zur Gebirgskette ist auch das Energieversorgungskonzept dieses Verwaltungsgebäudes besonders herausragend: Das Hauptaugenmerk liegt in der Ausnutzung natürlicher Ressourcen.
Die Wärmeerzeugung erfolgt über eine doppelte Wärmepumpenanlage mit Saugbrunnen. Das geförderte Grundwasser wird im Winter zur Wärmegewinnung und im Sommer für die Bauteilkühlung eingesetzt. Der Primärenergie-bedarf unterschreitet die Anforderung der ENEV 2009 um 42 Prozent ohne jegliche CO2-Emissionen. Im Rahmen des Neubaus wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von rund 30 kWp verwirklicht, mit der die Erzeugung von zirka 12 Tonnen CO2 vermieden werden kann.
Entscheidend für den Rosenheimer Holzbaupreis für das Finanzamt Garmisch-Partenkirchen, dessen Bauherr das Staatliche Bauamt Weilheim ist, waren Gestaltung, Stimmigkeit des Grundrisses und der innovative Einsatz von Holz.
Architekt Reinhard Bauer BDA, München, schaffte eine besonders angenehme atmosphärische Qualität im Inneren, was für ein Verwaltungsgebäude außergewöhnlich ist. Die Prägnanz des Baukörpers in seiner Umgebung, die Klarheit der Gebäudestruktur und Konstruktion, aber auch die Qualität der Höfe, der Innenräume und des Ausbaus dokumentieren hervorragend die heutigen Möglichkeiten eines innovativen und nachhaltigen Holzbauwerks. Die Arbeit hebt sich deutlich von den übrigen ab und wird von der Jury als besonders herausragendes und zukunftsweisendes Beispiel des neuen alpinen Bauens mit dem ersten Preis bewertet.

Begründung der Fachjury
„Die Prägnanz des Baukörpers in seiner Umgebung, die Klarheit der Gebäudestruktur und Konstruktion, aber auch die Qualität der Höfe, der Innenräume und des Ausbaus dokumentieren hervorragend die heutigen Möglichkeiten eines innovativen und nachhaltigen Holzbauwerks. Außergewöhnlich für ein Verwaltungsgebäude ist die besonders angenehme atmosphärische Qualität im Inneren. Die Arbeit hebt sich deutlich von den übrigen ab und wird von der Jury als besonders herausragendes und zukunftsweisendes Beispiel des neuen alpinen Bauens mit dem ersten Preis bewertet.“ (Quelle: www.rosenheimkreis.de)
Holzbauten in Zeiten von Energieeinsparung hochaktuell
Der Baustoff Holz wächst in der schönsten Fabrik der Welt – im Wald. Bei seiner Entstehung bindet das Holz Kohlendioxid und trägt so zum Klimaschutz bei. Im Vergleich zu anderen Baustoffen lässt es sich mit sehr geringem Energieaufwand zu Baumaterial umformen und zu Bauten zusammenfügen. Holz fördert ein gesundes Raumklima und kann noch nach vielen Jahren problemlos entsorgt und sinnvoll verwertet werden.
Projektdetails
Das Finanzamt Garmisch-Partenkirchen ist eine einfache Stützen-Platten-Konstruktion aus Brettschichtholzstützen und elementierten Hohlkastendecken, die im Werk vorgefertigt und binnen drei Monaten auf der Baustelle zusammengesetzt wurden. Die geschlossenen Fassadenflächen bestehen aus hinterlüfteten Holzrahmenkonstruktionen mit einer vorgesetzten Schalung aus europäischer Lärche und wurden in Längen bis zu 18 Metern angeliefert und montiert. Für die Verglasungen der Bürobereiche wurde durchgängig ein einziges, sich 440 Mal wiederholendes Fensterformat aus Lärchenholz verwendet. Als Kreislaufprodukt zeigt der Baustoff Holz seine Qualitäten hinsichtlich der Schonung der Ressourcen, seiner Wiederverwertbarkeit, Energieeffizienz und der positiven Kohlenstoffbilanz.

