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  • Mittwoch, 08. Mai 2013 15:29

    Deutscher Holzbaupreis 2013 für Finanzamt Garmisch-Partenkirchen

    Wirtschaftlich-ökologischer Holzbau gewinnt auch im Kommunalbau an Bedeutung

    Das Altheimer Holzbauunternehmen WIEHAG hat am 7. Mai in Hannover den Deutschen Holzbaupreis 2013 für das Projekt Finanzamt Garmisch-Partenkirchen erhalten. Die Preisverleihung fand durch den Bund Deutscher Zimmermeister „Holzbau Deutschland“ in der Kategorie Neubau statt, und wurde im Rahmen der Messe Ligna, der Weltmesse für die Forst- und Holzwirtschaft, in einer Sendung von ligna.tv übergeben. Insgesamt wurden fünf Bauwerke ausgezeichnet.

    Das Finanzamt Garmisch-Partenkirchen gilt als besonders auszeichnungswürdig:

    1. Die Einfachheit der Konstruktion zeigt die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Holzbaus durch seinen hohen Vorfertigungsgrad. Hochmoderne, präzise Produktionsanlagen, so auch im Holzbauunternehmen WIEHAG, ermöglichen eine kurze Bau- und Montagezeit.
    2. Der Kohlendioxid speichernde, nachwachsende Rohstoff Holz gewinnt in der Energiewende an essenzieller Bedeutung. Auch das Energieversorgungskonzept des Gebäudes ist auf die Nutzung natürlicher Ressourcen ausgelegt.
    3. Weiters ist das Finanzamt Garmisch-Partenkirchen ein wesentliches Vorzeigeprojekt für eine nachhaltige Entwicklung auch bei Kommunalbauten. Durch einen Beschluss des Bayerischen Landtages werden staatliche Verwaltungsgebäude bevorzugt in Holzbauweise umgesetzt. So auch der Neubau des Finanzamtes durch den Bauherrn Staatliches Bauamt Weilheim.
    4. Holz schafft als natürlicher Baustoff eine klimafreundliche Atmosphäre und besticht in der Holzbauarchitektur durch seine ästhetischen Gestaltungsmöglichkeiten.

    Eine Fachjury unter Leitung des Architekten Prof. Dipl-Ing. Hermann Kaufmann wählte aus 226 eingereichten Arbeiten die Preisträger aus. Die Jury lobte das Gebäude des Münchner Architekten Reinhard Bauer als gestalterisch und konstruktiv ausgereiftes Vorzeigeprojekt der öffentlichen Hand. Alle eingereichten Bauwerke stehen für eine positive Entwicklung des Holzbaus von anspruchsvollen Neubauten über erfinderische Gebäudesanierungen bis zu zukunftsweisenden Entwicklungen. So zeigt auch die Bauweise und Architektur des Finanzamts Garmisch-Partenkirchen die nachhaltigen Möglichkeiten des Holzbaus.

    Würdigung der Jury – wegweisende Holzkonstruktion im Kommunalbau
    „Das Finanzamt überzeugt als gestalterisch ausgereiftes Vorzeigeprojekt der öffentlichen Hand für moderne Holzbauten. Der ambitionierte Beschluss des Bayerischen Landtages, bei staatlichen Verwaltungsgebäuden die Holzbauweise bevorzugt umzusetzen, hat hierdurch ein gestalterisch und konstruktiv gelungenes Modell geschaffen. Die geradlinige Grundrisskonzeption aus zwei parallelen Zweibündern sowie die Konstruktion als Stützen-Platten-Konstruktion aus Brettschichtholzstützen und elementierten Hohlkastendecken reflektieren die Disziplin und Vorfertigungsmöglichkeiten des Holzbaus. Das Energiekonzept einer 45-prozentigen Unterschreitung der EnEV 2009 rundet ein zukunftsfähiges Konzept ab. Die undramatische und dennoch prägnante Architektursprache ordnet sich wohltuend in die umgebende Landschaft ein und schafft ein ruhiges und fast meditatives Ambiente. Ein gelungenes Beispiel für ein Verwaltungsgebäude, das in dieser Größenordnung sicher wegweisend für den zukunftsfähigen Verwaltungsbau sein wird.“
     
    Gebäudekonstruktion – hoher Vorfertigungsgrad, kurze Bauzeit
    Das 2-geschossige Gebäude ist eine elementierte, vorgefertigte Holzkonstruktion mit filigranen Stahlstützen im Fassadenbereich, Holzstützen aus Brettschichtholz in der Mittelzone und Hohlkastenelementen aus beplankten Brettschichtholzrippen im Erd- und Obergeschoss. Diese einfache Stützen-Platten-Konstruktion aus Brettschichtholzstützen und elementierten Hohlkastendecken, wurden im WIEHAG-Werk vorgefertigt und binnen drei Monaten auf der Baustelle zusammengesetzt.
    Die geschlossenen Fassadenflächen sind als hinterlüftete Holzkonstruktionen mit einer vorgesetzten Lärchenholzlattung gefertigt, und wurden in Längen bis zu 18 Metern angeliefert und montiert. Alle verglasten Bereiche bestehen aus Holz-Aluminium-Fenstern mit einer 3-fach Verglasung. Die Innenwände der Büroräume sind überwiegend nichttragende Leichtbauständerkonstruktionen. Innenhofseitig wurden diese mit Holzwerkstoffplatten verkleidet. Die restlichen Flurtrennwände sind in weiß beschichteter Gipskartonoberfläche ausgeführt.
     
    Energieversorgungskonzept - nachhaltige energetische Nutzung
    Das Hauptaugenmerk des Versorgungskonzeptes liegt in der Nutzung natürlicher Ressourcen. Die Wärmeerzeugung der Heizungsanlage erfolgt über eine doppelte Wärmepumpenanlage mit zwei Saugbrunnen. Dem geförderten Grundwasser wird im Winter zur Wärmegewinnung Heizenergie entzogen, im Sommer wird es für eine Bauteilkühlung eingesetzt. Der Primärenergiebedarf unterschreitet die Anforderung der ENEV 2009 um 42 Prozent – ohne jegliche CO2-Emissionen. Im Rahmen des Neubaus wurde auf dem Nebengebäude eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von rund 30 kWp errichtet, mit der die Erzeugung von zirka 12 Tonnen CO2 vermieden werden kann.

  • Dienstag, 16. April 2013

    Crossrail Station London Produktionsstart Juni, Montage ab August

    Holzgitterstruktur mit Membrankissen von Architekt Norman Foster


    Das WIEHAG-Projektteam arbeitet derzeit u.a. an der Holzdachkonstruktion für die Canary Wharf Crossrail Station in London. „Im Juni ist Start der Produktion, ab August beginnt die Montage“, so Projektleiter Daniel Nieberle. Das vom Londoner Architekturbüro Foster + Partners entworfene Bahnhofsgebäude steht mitten im Wasser des West India Docks, einem Seitenarm der Themse. Umgeben von den Wolkenkratzern des Finanzzentrums Canary Wharf bildet dieser Bau ein architektonisches Highlight und einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt.

    Der gesamte Bau der  sogenannten Crossrail-Linie ist zurzeit einer der größten Baustellen Europas und soll im Endausbau u.a. den Flughafen Heathrow mit dem durch Olympia zu neuem Leben erwachten Ost-London verbinden. Das Gebäude ist zirka 300 Meter lang, hat vier Geschosse unter Wasser und zwei ober Wasser sowie einen eindrucksvollen Landschaftspark auf dem obersten Deck. Dieser Park wird mit einer grazilen Holzbaulösung und Membrankissen überdacht, wobei immer wieder Freiräume für viel Luft- und Lichtzufuhr sorgen. „Der Bau der Crossrail Station in Canary Wharf kostet 500 Mio. Pfund, obwohl nur ein sehr kleiner Anteil davon für das Holzdach verwendet wird, ist es der größte Holzbau im gesamten Königreich“, erklärt Johannes Rebhahn, verantwortlich für das internationale Projektgeschäft bei WIEHAG.

    Zusammenarbeit mit SEELE Austria
     
    WIEHAG liefert in enger Zusammenarbeit mit der ebenfalls aus Oberösterreich stammenden Firma Seele das gesamte Dach inklusive der Membrankissen. Der Kunde erspart sich somit aufwendiges  Projektmanagement, nachdem das Zusammenspiel und die Schnittstelle zwischen Membrandach und Holzbaukonstruktion sehr komplex sind. Der Rohstoff Holz stammt aus nachhaltigen österreichischen Fichtenwäldern. Im hochmodernen Fertigungswerk am Standort Altheim werden montagefertige Einzelteile gefertigt.

    Tollkühne Architektur

    Der weltweit anerkannte Architekt Sir Norman Foster hat in den letzten 40 Jahren immer wieder bewiesen, dass er für tollkühne, innovative und dabei ökologische Architektur steht. Die „Gherkin“ im Zentrum Londons, der Neubau der Berliner Reichskuppel, der Flughafen in Peking oder die Ökocity Masdar in Abu Dhabi sind nur einige seiner weltbekannten Objekte.

    Crossrail Station London (c) Foster + Partners

    Konstruktionsdetails

    Die Gitterstruktur aus Holz besteht aus etwa 1500 Einzelträgern aus Brettschichtholz. Einige davon sind doppelt gekrümmt, um die Architektur der Vordächer zu ermöglichen. Die Vordächer reichen 30 Meter weit über das Wasser – dies ist eine besondere Herausforderung für die Ingenieure und den Innviertler Montagetrupp. Mittels temporären, über dem Wasser schwebenden Holzplattformen, schafft man sich dabei Zugang zu diesem Bereich.

    450 Stahlknoten verbinden die Holzträger zu unregelmäßigen Dreiecken, mit denen diese atemberaubende „Freiform“ erreicht wird. Die extrem weit auskragenden Vordächer im westlichen und östlichen Gebäudeende und die vier sogenannten „dog ears”, welche die Fassade bilden, setzen das Holzdach besonders eindrucksvoll in Szene. Es wurden ursprüngliche Pflanzen gewählt, um die originäre Biodiversität der Region zu berücksichtigen.

    „Wir erkennen ein stark ansteigendes Interesse an ökologischen architektonischen Holzbauprojekten. Herausragende Bauten wie dieses sind für die gesamte Holzwirtschaft eine wichtige Referenz, um eindrucksvoll aufzuzeigen, welche Projekte man aus dem Werkstoff Holz in Kombination mit Erfahrung und Ingenieurskunst verwirklichen kann.“, so Johannes Rebhahn.

    Kunde: Canary Wharf Contractors
    Design Architect: Foster + Partners
    Executive Architect: Adamsons Associates
    Dachfläche: 11.500 m2

  • Donnerstag, 28. März 2013

    Baumturm auf Ostseeinsel Rügen NDR-Video WIEHAG-Montage


    WIEHAG errichtet zurzeit den 40 Meter hohen Baumturm des 1,25 Kilometer langen Baumwipfelpfades in Rügen, Nord-Deutschland. Die Eröffnung ist für Anfang Juni 2013 geplant. Der Baumwipfelpfad mündet in den Turm, der um eine etwa 40 Jahre alte Buche errichtet wird, ähnlich einem riesigen Adlerhorst. Da der Turm auf einer Anhöhe von mehr als 40 Metern über dem Meeresspiegel steht, bietet sich den künftigen Besuchern in mehr als 80 Metern Höhe ein Rundblick über die beeindruckende Landschaft. WIEHAG baut bereits den 3. Baumturm nach Neuschönau im Nationalpark Bayerischer Wald und Lipno in Tschechien.


    Der Baumturm ist eingebettet in eine 1.900 Hektar große Naturerbefläche, die derzeit als Naturerbe-Zentrum Rügen mit Baumwipfelpfad und Erlebnisausstellung in Prora (Mecklenburg-Vorpommern) entsteht. Das Großprojekt mit einem Investitionsvolumen von 13,5 Millionen Euro wurde von der Erlebnis Akdamie AG und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) konzeptioniert. Ziel ist es, die einzigartige Natur der Insel erlebbar zu machen und ihren Schutz zu gewährleisten.

    Baumwipfelpfad mit 40 Meter hohem Adlerhorst
    Der 40 Meter hohe Turm von WIEHAG ist das Highlight des Baumwipfelpfades. Aus 442 m3 Brettschichtholz wurden 12 Parallelbinder im Fertigungswerk in Altheim konstruiert und produziert. Die WIEHAG-Mitarbeiter montieren derzeit den Baumturm. In einer Höhe von vier bis 17 Metern führt der Erlebnisweg durch den Jahrhunderte alten Buchenwald der Naturerbefläche Prora hin zum Baumturm. Ziel des Baumwipfelpfades ist es, mit Hilfe von fünf didaktischen Stationen entlang des Pfades, Naturbildung zu einem Erlebnis zu machen. Bei einer geringen Steigung von maximal sechs Prozent ist der Baumwipfelpfad auch für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer bequem zu erklimmen. Darüber hinaus werden Besucher auf ausgewählten Wegen durch die Naturerbefläche geführt. Erlebnisausstellung, Baumwipfelpfad und Wanderung bilden einen Dreiklang. Für den Baumwipfelpfad auf Rügen hat sich die Erlebnis Akademie AG wieder einen bekannten Architekten zur Seite geholt: Josef Stöger. Der Architekt aus Schönberg hat den Baumwipfelpfad samt dem Umweltinformationszentrum designt, welches im Frühsommer seine Tore für die Besucher öffnen wird. Stöger hat bereits die Anlage in Neuschönau entworfen.

    Weitere Informationen auf www.die-erlebnis-akademie-de

  • Mittwoch, 06. März 2013

    Sonderausstellung Rosenheim 17. April - 13. Oktober 2013

    Das Holztechnische Museum in der Holzstadt Rosenheim zeigt von 17. April bis 13. Oktober 2013 eine Sonderausstellung unter dem Titel „Holzbau – nachhaltig und modern“. Bei der Auswahl der Objekte wird auf vielfältige Verarbeitungs- und Fertigungsmöglichkeiten eingegangen. Unter den präsentierten Projekten werden u.a. folgende spektakuläre Dachkonstruktionen von WIEHAG der Öffentlichkeit präsentiert:

    • Baumturm Nationalpark Bayerischer Wald
    • Eissporthalle Erfurt
    • Salzburgarena
    • Ice Park Eilat Israel
    • Finanzamt Garmisch-Partenkirchen
    • VIP Hangar Flughafen Wien

    Öffnungszeiten:
    Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr
    Jeden 2. und 4. Sonntag im Monat 13 bis 17 Uhr
    Montags und an Feiertagen geschlossen.

  • Montag, 18. Februar 2013

    Dialog Holzbau 2013 05. März, WKO Linz

    & Wanderausstellung – „Best of Holzbaupreis 2012“ mit WIEHAG-Projekten

    Immer mehr Unternehmen errichten ihre Firmengebäude aus Holz. Ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft?

     „Erfolgsfaktor Holzbau-Architektur. Warum lassen Gewerbebauten aus Holz die Kassen klingeln?“ – Unter diesem Motto diskutieren am 5. März Umweltlandesrat Rudi Anschober, DI Horst Reiner von ATP Architekten und Ingenieure, DI Hans Christian Obermayr - Obermayr Holzkonstruktionen GmbH, der Tragwerksspezialist DI Konrad Merz sowie Architekt Dr. Jons Messedat aus Stuttgart.

    proHolz OÖ Obmann Georg Adam Starhemberg und Landesinnungsmeister Richard Hable begrüßen diese Veranstaltung von proHolz OÖ und der Landesinnung Holzbau OÖ in Kooperation mit Arch+Ing, WKO und Kunstuniversität Linz.

    » Detailinfos & Anmeldung


    Im Rahmen des „Dialog Holzbau“ präsentiert proHolz in einer Wanderausstellung „Best of Holzbaupreis 2012“ – darunter die WIEHAG-Projekte Ice Park Eilat Israel, Finanzamt Garmisch-Partenkirchen und der Baumturm im Nationalpark Bayerischer Wald.

    » mehr Infos